Kollektivhaft für Versicherte?
Nach dem Nationalrat will jetzt auch die Ständeratskommission, wenn auch in etwas abgeschwächter Form, Versicherte mit Wahlfranchise an die Krankenkasse binden. Sie sollen während zwei Jahren (der Nationalrat beantragte drei Jahre) auf die höhere Kostenbeteiligung verpflichtet werden. Ist das eine sinnvolle Massnahme, um Kosten zu sparen?
Die Ständeratsvariante ist zwar gegenüber derjenigen des Nationalrats etwas abgeschwächt, aber nicht besser. Diese Massnahme würde die Krankenkassenkunden verärgern und käme einem Zwangsvertrag gleich. Die Versicherten wären den Krankenkassen bei Prämienerhöhungen ausgeliefert, ohne dass sie die Möglichkeit einer Franchisen-Anpassung hätten.
Die Massnahme ist auch unnötig, weil 90% der Versicherten ihre einmal gewählte Franchise über Jahre beibehalten oder dann tendenziell eine höhere Stufe wählen. Versicherte, die die Franchise ihren erwarteten Gesundheitskosten anpassen, sind sehr selten.



