Tiefe Prämie für gesunden Lebensstil?
Donnerstag, 24. Dezember 2009 9:54
Nein.
Definitionsprobleme: Was ist ein gesunder Lebensstil? Soll ein Fallschirmspringer höhere Prämien zahlen, weil er eine Risikosportart betreibt? Auch wenn er nie einen Unfall zu beklagen hat? Auch wenn er sich für seinen Sport physisch und mental stärkt und dadurch andere Gesundheitsprobleme verhindert? Soll eine, die Übergewicht hat höhere Prämien bezahlen? Auch wenn sie nie ärztliche Hilfe beansprucht? Auch wenn sie zu schwer ist, weil sie aufgrund eines Gebrechens keinen Sport treiben kann? Jemanden also mit hohen Prämien bestrafen, der ohnehin mit einem Gebrechen schon bestraft ist? Soll umgekehrt einer, der viel Sport betreibt von tiefen Prämien profitieren? Auch wenn er schon in jungen Jahren Abnützungserscheinungen mit teuren medizinischen Leistungen heilen muss?
Administrationsprobleme: Mit wenigen Beispielen kann aufgezeigt werden, dass ein solches System einen riesigen Kontroll- und Bürokratieaufwand nach sich ziehen würde. Hohe Kosten also für einen Apparat, der nie fair ausgestaltet werden könnte.
Pflästerlipolitik: Wir haben ein teures Gesundheitswesen, aber auch ein sehr gutes. Eines, das uns Rundumversorgung bietet. Versicherungen, die ein riesiges Leistungsspektrum abdecken, sind zwangsläufig teuer. Wenn wir die Kosten senken wollen, müssen wir die Leistungen kürzen und nicht die Kosten umverteilen.
Eigenverantwortung: Die wird schon heute belohnt, indem wir tiefere Prämien bezahlen, wenn wir eine hohe Franchise wählen.
Thema: Gesundheit | Kommentare (0) | Autor: Roland Fürst



